betrieb&gewerkschaft

10. Dezember 2012  

Neues Ausbeutungsmodell des Kapitals

altalt
Einig im Kampf gegen Überbelastung am Arbeitsplatz: Bernd Riexinger und Jutta Krellmann


"Die Zeit war reif für diese Betriebs- und Personalrätekonferenz", resümiert Jutta Krellmann, Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung der Fraktion DIE LINKE, die rege Beteiligung und Debatte zum Thema "Stress in der Arbeitswelt" auf der Konferenz am 4. Dezember in Hannover. Gut 80 Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen überwiegend aus Niedersachsen berichteten und diskutierten den vielfältigen Anstieg der Arbeitsbelastung. Sie berichteten, welche Strategien sie als Gewerkschaften und Interessenvertretung in der Hand haben und wo gesetzliche Regulierungen notwendig sind, um dem Stress die Stirn zu bieten. Einig war man sich, dass der Stress vielfältige Ursachen hat und dass Lösungsansätze deswegen auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen müssen.

Bernd Riexinger, Parteivorsitzender der LINKEN, sieht den Grund für den steigenden Stress in der wachsenden Entgrenzung der Arbeit. Die Deregulierung auf dem Arbeitsmarkt und die massive Ausdehnung des Niedriglohnsektors haben die Arbeitswelt verändert. "Das Kapital hat es geschafft, ein neues Produktions- und Ausbeutungsmodell durchzusetzen. Das baut zum hohen Maße auf Spaltungsprozessen auf. Stamm- und Randbelegschaft stehen darin permanent in Konkurrenz zueinander“, so Riexinger.

Karoline Kleinschmidt (IG Metall) und Horst Riesenberg-Mordeja (Ver.di) stellten ihre konkreten Vorschläge zur Verbesserung vor. Karoline Kleinschmidt betonte, dass die IG Metall mit ihrem Vorschlag einer Anti-Stress-Verordnung den Zahn der Zeit getroffen hat. Die Medien haben breit darüber berichtet und mit nahezu allen Bundestagsfraktionen führe man seitdem Diskussionen.  Horst Riesenberg-Mordeja betonte, dass Stress und psychische Belastung kein klassisches Führungskräfteproblem sei. Laut aktueller Erkenntnisse sind es gerade Gesundheits- und Erziehungsberufe die die höchste psychische Belastung für die Beschäftigten aufweisen.

Als wirtschafts- und arbeitspolitische Sprecherin für Wirtschafts- und Arbeitspolitik der Fraktion DIE LINKE im niedersächsischen Landtag hob Ursula Weisser-Roelle in ihrem Beitrag die mangelnden Kontrollen der Landesbehörden beim Arbeitsschutz vor und betonte, dass die LINKE im niedersächsischen Landtag da dran bleiben wird.

Im zweiten Teil der Konferenz berichteten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen von ihren betrieblichen Erfahrungen. Eindeutig spiegelte sich die Vielseitigkeit des Themas auch in den Beiträgen der verschiedenen Branchen. Beiträge gab es aus der Versicherungsbranche, der Leiharbeit, der Automobilindustrie, der IT-Branche und dem Gesundheitswesen. Klar wurde: Die erhöhte Belastung durch Arbeitsverdichtung und Gewinnorientierung zieht sich durch alle Branchen. Am beeindruckendsten war hier der Bericht der KollegInnen der Charité aus Berlin: Sie möchten mit Hilfe eines Tarifvertrags feste Personalschlüssel für die Pflege in ihrem Krankenhaus festsetzen lassen, um die ständige Unterbesetzung als permanente Stressquelle zu beenden. Diese Forderung ist tarifpolitisches Neuland. Die Kollegen machten deutlich, dass sie – nach einem erfolgreichen Lohnkampf im letzten Jahr – diese Forderung nötigenfalls auch mit einem Arbeitskampf durchsetzen wollen.

"Für linke Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter war die Personal- und Betriebsrätekonferenz ein guter Ort um Perspektiven zu entwickeln für ihre konkreten betrieblichen Auseinandersetzungen, aber auch darüber hinaus. Das ist gelungen“, schlussfolgerte Jutta Krellmann und bedankte sich bei allen Teilnehmenden und insbesondere bei Politpoet Thorsten Stelzner, der den ganzen Tag die Konferenz zu Stress auf Arbeit bissig und humoristisch begleitete. Für linke Gewerkschafter in Niedersachsen steht nun vor allem die Landtagswahl auf der Tagesordnung und damit auch die Frage, welches Gewicht linke und gewerkschaftliche Positionen im niedersächsische Landtag  bekommen.

 

 

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