betrieb&gewerkschaft

24. Dezember 2010  

Für bis zu 280.000 Leiharbeitskräfte gilt: Kein Geld verschenken, sondern Nachforderung geltend machen

Mit dem Jahreswechsel droht Verjährung der Ansprüche für Arbeit im Jahr 2007

Giesela Brandes-Steggewentz, LandesvorsitzendeGiesela Brandes-Steggewentz, LandesvorsitzendeNach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur fehlenden Tariffähigkeit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch schnelles Handeln Lohnnachzahlungen erhalten. Darauf weist die niedersächsische Landesvorsitzende der LINKEN, Giesela Brandes-Steggewentz hin. „Weil kein gültiger Tarifvertrag vorliegt, sind die Verleihunternehmen verpflichtet, allen Leiharbeitern rückwirkend die Differenz zu den regulären Tariflöhnen der Stammbeschäftigten nachzuzahlen", so Giesela Brandes-Steggewentz.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte letzte Woche in letzter Instanz entschieden, dass die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) die erforderliche „Tarifmächtigkeit" fehle, da sie schlicht über zu wenig Mitglieder verfügt - und so Forderungen gegenüber der Arbeitgeberseite nicht adäquat durchsetzen kann. Das Verfahren hatten ver.di und der rot-rote Berliner Senat angestrengt.

 

Mit dieser Entscheidung des BAG, sind auch die von ihr abgeschlossenen (Dumping-) Tarifverträge nichtig. Gilt für LeiharbeiterInnen aber kein Tarifvertrag, kommt automatisch der „Equal- Pay-Grundsatz" zum Tragen. „Die Betroffenen sind nun aufgerufen, ihre Nachforderungen geltend zu machen“, sagt Jutta Krellmann, Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung der Bundestagsfraktion der LINKEN. „Schnell handeln und klagen können allerdings nur diejenigen, die Löhne nach CGZP-Tarifen erhalten haben. Mitglieder, die nach BZA oder IGZ-Tarifen bezahlt werden und wurden, sind von dem Urteil nicht berührt. Ansprüche auf Nachzahlung für das Jahr 2007 müssen noch in diesem Jahr geltend gemacht werden.“

Betroffen von der guten Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts sind zu einem Gutteil Unternehmen, die dem Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e.V. (AMP) angehören sowie Unternehmen, mit denen die CGZP Firmentarifverträge abgeschlossen hat. Ursula Weisser-Roelle, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im niedersächsischen Landtag rät Gewerkschaftsmitgliedern, schnell vor dem 31.12. Kontakt mit den Rechtsberatungsstellen der IG Metall und der verdi aufzunehmen. „Sonst ist gegebenenfalls der Nachzahlungsanspruch für das Jahr 2007 futsch. Für Ansprüche ab dem 1.1. 2008 bis zum heutigen Tag bleibt im neuen Jahr bei Beachtung der vertraglichen Ausschlussfristen genug Zeit, den Anspruch auf  ‚equal pay’ geltend zu machen.“

Verdi hat inzwischen auch eine bundesweite Leiharbeit-Hotline unter der Telefonnummer 0180/2 22 00 66 (aus dem deutschen Festnetz 6 Cent pro Anruf; aus dem Mobilfunknetz maximal 42 Cent pro Minute) eingerichtet.

Erreichbarkeit der Hotline:
Montag, 27.12 – Donnerstag, 30.12. : 7 - 20 Uhr
24. & 31. Dezember: 7 - 12 Uhr


 

 

 

 

DIE LINKE Salzgitter

 

38226 Salzgitter, Berliner Str. 49

Tel.: 05341 - 790 56 50

Bürozeiten:
Di.  16:00 - 18:00
Do. 16:00 - 18:00

 

Rundbrief! Rundbrief
Juni. - Juli . 2017 online !

 

Vernetzt

Kreisverband
Salzgitter

Icon-Facebook

Linksjugend
['solid]

Icon-Facebook

 

Termine

 

Linke Politik mitgestalten - Jetzt!

 

Linke Links

 
 

Wer ist online?

Aktuell sind 89 Gäste und keine Mitglieder online