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Kinderbetreuung in Salzgitter: Große Unterschiede zwischen den Stadtteilen

Auf Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE hat die Stadt Salzgitter aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Kinderbetreuung und zur Bedarfsplanung vorgelegt. Die Antwort zeigt: Während sich die Zahl der Betreuungsplätze in den vergangenen Jahren insgesamt erhöht hat, bestehen zwischen den einzelnen Planungsbereichen weiterhin erhebliche Unterschiede.

Die Zahl der Krippenplätze stieg von 539 im Jahr 2021 auf 644 im Jahr 2025. Bei den Kindergartenplätzen erhöhte sich die Zahl im gleichen Zeitraum von 3.503 auf 3.687. Gleichzeitig ist die Zahl der Kinder im Alter von ein bis drei Jahren von 2.315 im Jahr 2020 auf 2.067 im Jahr 2025 zurückgegangen.

Trotz dieser Entwicklung besteht rechnerisch weiterhin ein erheblicher Bedarf. Stadtweit liegt die Versorgungsquote für Kinder zwischen einem und drei Jahren derzeit bei 38,6%. Nach der, von der Stadt angesetzten, Zielquote von 40%, fehlen umgerechnet 27 Plätze. Im Kindergartenbereich beträgt die Versorgungsquote 93,1%; hier fehlen gegenüber der Zielquote insgesamt 272 Plätze.

Besonders deutlich werden die Unterschiede mit Blick auf die einzelnen Planungsräume. Im Planungsraum Nord (Bruchmachtersen, Engelnstedt, Lebenstedt, Salder) fehlen umgerechnet 89 Plätze im Krippenbereich und 215 Kindergartenplätze.
Im Planungsraum Südost (Barum, Beinum, Flachstöckheim, Lobmachtersen, Ohlendorf) beträgt die Versorgungsquote lediglich 20% bei den Ein- bis Dreijährigen und 65,8% im Kindergartenbereich. Dort fehlen nach der jeweiligen Zielquote 9 bzw. 39 Plätze.
Anders stellt sich die Situation im Planungsraum Süd (Bad, Gitter, Groß Mahner, Hohenrode, Ringelheim) dar. Dort weist die Berechnung derzeit 16 Plätze über der Zielquote im Krippenbereich und 50 zusätzliche Plätze im Kindergartenbereich aus.

Allerdings zeigt die Antwort der Verwaltung zugleich, dass solche rechnerischen Überschüsse nicht isoliert betrachtet werden können: In den Einrichtungen des Planungsbereichs Süd werden derzeit 20 Kinder aus dem unterversorgten Planungsbereich Südost betreut. Drei weitere stehen auf Wartelisten. Nach Angaben der Einrichtungen können zudem nicht alle Anfragen erfüllt werden, weil vorhandene Plätze bereits ausgelastet sind.
Auch die Personalsituation war Gegenstand der Anfrage der LINKEN. Nach Angaben der Stadt ist die personelle Ausstattung zwischen 2021 und 2025 um rund 222 Vollzeitäquivalente gestiegen. Derzeit stehen den Kindertagesstätten rund 812 Vollzeitäquivalente zur Verfügung. Dennoch kann eine Nachmittagsgruppe auf Grund von Personalmangel nicht angeboten werden. An anderer Stelle wurden Vakanzen teilw. durch Zeitarbeitskräfte aufgefangen; bei krankheitsbedingten Ausfällen kam es zeitweise zu Betreuungskürzungen oder einzelnen Gruppenschließungen.

Die Ratsfraktion DIE LINKE hält es deshalb für wichtig, die Entwicklung der Kinderzahlen und der tatsächlichen Nachfrage auch künftig genau zu beobachten. Sinkende Geburtenzahlen dürfen nicht dazu führen, den Bedarf allein anhand stadtweiter Durchschnittswerte zu beurteilen. Für eine großflächige Stadt wie Salzgitter, wäre das wenig sinnvoll. Entscheidend ist, ob Familien in der Nähe ihres Wohnorts eine Betreuungsmöglichkeit finden.
Die Antwort der Verwaltung macht deutlich: Je nach Planungsraum gibt es sowohl Überschüsse, als auch erhebliche Mängel an Betreuungsangeboten. Eine vorausschauende Kita-Planung muss diese Unterschiede berücksichtigen und rechtzeitig reagieren, wenn sich Nachfrage und Kinderzahlen verändern.

Unsere Anfragen und deren Beantwortung durch die Stadt Salzgitter sind hier nachzulesen: https://www.salzgitter.sitzung-online.de/public/wicket/resource/org.apache.wicket.Application/doc1853331.pdf

Die Auskünfte der Stadt Salzgitter sind hier nachzulesen: https://www.salzgitter.sitzung-online.de/public/vo020?4--anlagenHeaderPanel-attachmentsList-0-attachment-link&VOLFDNR=1006077&refresh=false

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